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Orgelreiseweg

Urlaub in Bayern - Wandern entlang der Kirchenmusik

Der Orgelreiseweg Franken-Schwaben führt von Nürnberg bis zum Bodensee. Ob mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß: Landschaft und Musik laden zum Genießen und Entspannen ein. 

Station 1: St. Lorenz, Nürnberg

Haupt-, Laurentius- und Stephanusorgel sind als Ensemble zu verstehen. Zwar kann jedes der drei Instrumente am jeweiligen Spieltisch einzeln gespielt werden, aber auch das Zusammenspiel aller drei Orgeln von den Zentralspieltischen auf der Westempore bzw. im Kirchenschiff aus ist möglich. Die drei Orgeln überzeugen sowohl in ihrer jeweiligen Charakteristik als auch in ihrem gemeinsamen Klangbild. Diese  2005 vollendete dreiteilige Gesamtanlage bedeutet eine modifizierte Wiederherstellung des bereits 1937 realisierten, jedoch 1945 zerstörten Raumklangkonzepts.


Mit 165 Registern, 12.156 Pfeifen, 39 Schalenglocken und fünf Cymbelsternen ist die Lorenzer Orgelanlage die größte in einer evangelischen Kirche in Deutschland. Auf der Liste der weltweit größten Orgeln steht sie auf Rang 11.

Lorenzer Orgel

Station 2: St. Sebald, Nürnberg

Die Hauptorgel wurde 1975 von der Fa. Orgelbau Willi Peter, Köln, erbaut. Drei Manuale und Pedal, mechanische Tontraktur, elektrische Registratur als 12-facher Setzer, davon 3 Setzer für die einzelnen Werke geteilt. 64-facher Setzer mit 4 frei einstellbaren Crecsendo-Walzen (Heuss/1988).

  • Erbauer: Willi Peter (Köln)
  • Entstehungsjahr: 1975/76
  • Manuale: 3 (Hauptorgel) plus 1 (Chororgel)
  • Registerzahl: 71 (Hauptorgel) plus 12 (Chororgel)
  • Traktur: mechanische Schleifladen, Koppeln elektrisch

Peter-Orgel

Station 3: Münster, Heilsbronn

  • Erbauer: Orgelmanufaktur Jürgen Lutz, Feuchtwangen
  • Entstehungsjahr: 2006
  • Manuale: 3, III. Man.: Continuo-Manual mit Transponiereinrichtung (415/440/465)
  • Registerzahl: 35
  • Traktur: Schleifladen mit mechanischer Tontraktur, mechanische und elektrische Registertraktur
  • Stimmung: nach Neidhardt

Kirchenmusik in Heilsbronn

Station 4: St. Gumbertus, Ansbach

Die Wiegleb-Orgel in Ansbach gilt als die größte Barockorgel Frankens. 

  • Erbauer: Johann Christoph Wiegleb
  • Entstehungsjahr: 1736–1739, rekonstruiert durch Fa. Reil/NL 2007
  • Manuale: 3
  • Registerzahl: 47
  • Traktur: mechanisch

Besonderheiten:

  • Hauptwerk: Lade für 16 Stimmen, darunter acht 8’-Stimmen, 2 Streicher und Oboe d’amour, zehnfache Terzmixtur
  • Oberwerk: Flaschiolet 2’ im Prospekt, drei 8’-Stimmen, darunter Fugara
  • Mittelwerk: fünffaches Echo durch die ganze Klaviatur im Schwellkasten (erster Schwellkasten auf dem europäischen Festland), Streicherstimmen in 4’- und 2’-Lage
  • Pedal: offener Subbass 32’

Wiegleb-Orgel

Station 5: St. Jakob, Rothenburg

Die Rieger-Orgel in Rothenburg ob der Tauber ist einzigartig in ihrer Konzeption. Die an Planung und Bau Beteiligten schufen einen schlanken, aufstrebenden Orgelprospekt, der sich in den Raum der gotischen Kathedrale gut einfügt. Das Instrument stellt eine Verbindung und einen Raumteiler zwischen dem Hauptschiff der Kirche und der Heilig-Blut-Kapelle dar, die den wertvollen Altar von Tilman Riemenschneider beherbergt. Durch die Bespielbarkeit der Orgel mit zwei Spieltischen können beide Räume der St.-Jakobs-Kirche mit Orgelklängen adäquat gefüllt werden.  

  • Erbauer: Firma Rieger, Schwarzach/Vorarlberg (Österreich)
  • Entstehungsjahr: 1968
  • Manuale: Hauptspieltisch: 4 Manuale, Nebenspieltisch: 2 Manuale
  • Registerzahl: 64/69
  • Traktur: Mechanische Schleifladen für die Spieltraktur, elektrische Registertraktur

Rieger-Orgel

Station 6: Stiftskirche, Feuchtwangen

Majestätisch erhebt sich die Orgel in der Stiftskirche in Feuchtwangen, erbaut im Jahr 1982 vom Orgelbauer Steinmeyer aus Oettingen. Die Neuintonation erfolgte 2009, das Instrument verfügt über zwei Manuale, 30 Register und eine mechanische Traktur.

  • Erbauer: Steinmeyer, Oettingen
  • Entstehungsjahr: 1982
  • Neuintonation: 2009, Lutz, Feuchtwangen
  • Manuale: 2
  • Registerzahl: 30
  • Traktur: mechanisch
  • Vorgängerorgel: Holländer, Feuchtwangen, pneumatisch
  • Prospekt: Nicolaus Prescher 1706

Steinmeyer-Orgel

Station 7: St. Marien, Gunzenhausen

Die Alkofener Firma Jann hat die Orgel in der Stadtkirche St. Marien in Gunzenhausen zwischen 2005 und 2006 erbaut. Das Instrument hat drei Manuale und 47 Register, die Traktur erfolgt mechanisch mit Setzerkombinationen inklusive einer Steuerungsanlage über USB-Stick.

  • Erbauer: Firma Jann, Alkofen
  • Entstehungsjahr: 2005/06
  • Manuale: 3
  • Registerzahl: 47
  • Traktur: mechanisch, Setzerkombinationen inkl. Steuerungsanlage über USB-Stick

Jann-Orgel

Station 8: St. Paul, Dinkelsbühl

Die Späth-Orgel ermöglicht die Wiedergabe fast aller Stilrichtungen. Grundsätzlich auf ein romantisches Klangbild mit vielen weichklingenden Registern ausgerichtet, zeichnet sie aber auch polyphone Barockmusik klar und durchhörbar. Obwohl die Manuale stilistisch unterschiedlich geprägt sind, entsteht trotzdem ein stimmiger, sehr schön intonierter Gesamtklang.

  • Erbauer: Späth (Freiburg im Breisgau)
  • Entstehungsjahr: 1995
  • Manuale: 3
  • Registerzahl: 39
  • Traktur: mechanische Schleiflade, elektrische Registertraktur

St. Paul

Station 9: Heilig-Geist, Dinkelsbühl

Ursprünglich als Barockorgel erbaut, wurde das Instrument bereits kurz nach der Erbauung - und bis heute noch mehrmals - verändert.

Klanglich ist der schöne barocke Grundklang noch hörbar, wenn auch nicht vollständig und unverfälscht erhalten. Durch die veränderten und neu hinzugekommenen Register ist der jetzige Klang des Orgelwerkes ideal für die Musik von der Barockzeit bis zur Frühromantik geeignet.

  • Erbauer: Schultes
  • Entstehungsjahr: 1792
  • Manuale: 2
  • Registerzahl:  24
  • Traktur: mechanische Schleiflade    

Heilig-Geist-Kirche